Jubiläumskonzert 2010 - 50 Jahre Stuttgarter Ärzteorchester
Solistin Maria-Elisabeth Lott, Violine
Programm Peter Iljitsch Tschaikowsky, Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35
Ludwig van Beethoven, Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 "Eroica"


Datum 23.06.2010
Zeitung Stuttgarter Nachrichten

 

Pressemeldung

 

"Mein Leben besteht aus Zähnen und Musik"
Das Stuttgarter Ärzteorchester feiert seinen 50. Geburtstag - Ein Gespräch mit dem Dirigenten und Zahnarzt Arnold Waßner

Von Susanne Benda

Mit Konzerten in der Kassenärztlichen Vereinigung und im Mozartsaal der Liederhalle feiert das Stuttgarter Ärzteorchester an diesem Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr sein 50-jähriges Bestehen. Auf dem Programm stehen Beethovens dritte Sinfonie ("Eroica"), Solistin bei Tschaikowskys Violinkonzert ist Maria-Elisabeth Lott. Arnold Waßner steht seit 1998 am Pult.

Herr Waßner, wie viele Musiker spielen zurzeit im Stuttgarter Ärzteorchester? Und wie viele davon sind Mediziner?

Wir haben momentan 60 aktive Mitglieder. Davon sind 70 bis 80 Prozent Mediziner, die restlichen kommen zum Großteil aus angrenzenden Berufen, sind also beispielsweise Krankenschwestern oder Apotheker. Mehrere Musiker haben sogar ein abgeschlossenes Musikstudium hinter sich.

Warum gibt es eigentlich in fast jeder Stadt ein Ärzteorchester, aber nirgends eines von Juristen oder Elektroingenieuren?

Diese Frage habe ich mir selbst schon oft gestellt, bislang aber keine wirklich befriedigende Antwort gefunden. Vielleicht hat das etwas mit dem Bildungsbürgertum zu tun, aus dem viele Mediziner stammen.

Juristen aber auch.

Ja. Ein paar von ihnen sind auch bei uns im Orchester untergekommen.

Und mit der behaupteten heilenden Wirkung der Musik hat das Phänomen der musizierenden Ärzte wirklich nichts zu tun?

Nein. Inzwischen ist es erwiesen, dass selbst Mozart nicht schneller gesund macht.

Aber Gesunde spielen Mozart vielleicht schneller? Sei"s drum - wo liegen die Grenzen des Stuttgarter Ärzteorchesters?

Bei Mahler und Bruckner. Wir können gut Werke der Klassik und der früheren Romantik spielen, aber viele spätere Stücke sind zu schwer und zu groß besetzt. Vielleicht nehmen wir uns mal Bruckners "Romantische" vor - aber auch dann müssten wir schon mit Aushilfen arbeiten.

Spielen Sie auch Werke des 20. Jahrhunderts?

Ja - wenn sie für uns spielbar sind. Das trifft für Etliches von Arvo Pärt zu, aber auch etwa für Kurt Weills zweite Sinfonie.

Was hat sich in der 50-jährigen Geschichte des Orchesters vor allem verändert?

Früher stand der gesellschaftliche Aspekt des Musizierens im Vordergrund. Heute ist das Orchester technisch viel besser.

In Ihren Jubiläumskonzerten spielen Sie Beethovens "Eroica" und Tschaikowskys Violinkonzert. Warum?

Tschaikowskys Stück fehlte uns noch in unserem Konzertrepertoire, und die "Eroica" ist vor allem wegen ihrer Länge eine Herausforderung für jedes Laienorchester. Nach den Proben jetzt können wir aber sagen, dass dieses Stück auch nicht schwieriger ist als andere Beethoven-Sinfonien, die wir bereits einstudiert haben. Darauf sind wir auch ein bisschen stolz.

Weihnachtskonzert 2007
Solistin Nina Karmon, Violine
Programm Johannes Brahms, Violinkonzert D-Dur op. 77
George Bizet, Symphonie Nr. 1 C-Dur


Datum 14./15.12.2007
Zeitung Stuttgarter Nachrichten
Pressemeldung  

"Passion statt Profession" (Stuttgarter Nachrichten)

"Musik und Medizin haben seit jeher eine große Affinität zueinander: Es gibt wohl keine Berufsfruppe, die über so viele eigene Orchester verfügt wie die Ärzteschaft. Das Stuttgarter Ärzteorchester, das seit bald einem halben Jahrhundert besteht, ist mit seinem jetzigen Leiter, dem Zahnarzt Dr. Arnold Waßner, in einer Hochphase - es sind bisweilen Nuancen, die es von einem professionellen Orchester trennen, die Übergänge sind in jedem Fall fließend.
Hier sitzen Instrumentalisten mit großen Fertigkeiten und vor allem mit unglaublichem Engagement. Auch wenn die eine oder andere Position für das Konzart am Samstagabend im Mozartsaal mit Profis aufgefüllt wurde, der Geist des passionierten Musizierens ist deutlich spürbar: Bizets C-Dur-Sinfonie, mit siebzehn geschrieben, aber deutlich mehr als nur eine Schülerarbeit, erlebte eine sehr schwungvolle, von spielfreudiger Geschlossenheit getragene Aufführung, die auch beim Allegro vivace des Schlussatzes keine Abstriche beim Tempo machen musste.
Für Brahms Violinkonzert im ersten Teil hatte man sich mit der in Stuttgart geborenen Geigerin Nina Karmon eine spannend und überzeugt spielende Solistin eingeladen, die durch nervig noblen Ton und fantasievolle Präsenz überraschte. Ihr Solo fand Widerhall in einer überaus feinsinnig gestalteten, detailfreudigen Orchesterarbeit, die der Dirigent motivierend und mit Akribie steuerte. Beifall und Zugaben im gut gefüllten Mozartsaal."

(Wolfgang Teubner)

 

Sommerkonzert 2004
Solist Andrea Amann, Klavier
Programm Carl Maria von Weber, Ouvertüre zur Oper "Oberon"

Robert Schumann, Klavierkonzert a-moll op. 54

Johannes Brahms, Symphonie Nr. 1 c-moll

Datum 25./26. Juni 2004
Zeitung Stuttgarter Nachrichten
Pressemeldung  

"Gelenkiger Elan" (Stuttgarter Nachrichten)

"Ärzteorchester im Mozartsaal.-Welcher andere Berufsstand als der der Mediziner dürfte in seinen Reihen so viele praktizierende Musikliebhaber nachweisen können? Zweimal im Jahr tritt das Stuttgarter Ärzteorchester unter Leitung Arnold Waßners an die Öffentlichkeit.
Im Mozartsaal standen nun, eingeleitet von Webers "Oberon"-Ouvertüre, Schumanns a-moll Klavierkonzert und Brahms 1. Sinfonie c-Moll auf dem Programm.
In Webers "Oberon" gelang es dem Ensemble, die unterschiedlichen Ebenen kongenial darzustellen. Filigranem Weben mit edlem Hörnerklang und voller sanglicher Linie standen hier eine impulsive rhythmisch straffe Attacke und tänzerisch gelenkiger Elan gegenüber. Die Ausdeutung zeugte von intensiver Auseinandersetzung. In Schumanns a-Moll Klavierkonzert erwies sich Andrea Amann (Klavier) in den introvertierten Passagen im Zögern und Straffen der Melodiebögen als empfindungsreich ausformulierende Gestalterin, die im Orchester einen aufmerksam mitgehenden Partner gefunden hatte.
Brahms` c-Moll-Sinfonie zeigte sich im Eröffnungssatz druckvoll, wenn auch im klanglichen Miteinander etwas grobkörnig. Mit größter Ruhe und voller Empfindsamkeit samt einem allerdings etwas zu sentimental geratenen Violinsolo hatte man das Andante sostenuto geradewegs zu zelebrieren verstanden.
Ein eigenwilliges Verständnis sprach aus dem ungemein bedächtig genommen und zutiefst feierlich geratenen Stimmungsumschwung im Finalsatz: Man erlebte Brahms' musikalischen Satz mit Hornruf und antwortender Flöte gleichsam wie unter einem Vergrößerungsglas.

(Thomas Bopp)

 

 

Sommerkonzert 2002
Solist Birgit Zacharias, Gitarre
Datum Stuttgarter Nachrichten
Zeitung 5./6. Juli 2002
Pressemeldung "Musikalische Diagnosen" (Stuttgarter Nachrichten)

"Mit einem spanisch-deutschen Programm meldet sich das traditionsreiche Stuttgarter Medizinerorchester unter der Leitung des Zahnarztes Arnold Waßner wieder zu Wort: Werken von Arriaga, Rodrigo und Schumann wurde im Mozartsaal der Pulsschlag gefühlt. Die Mediziner bringen es auch auf musikalischenGebiet zu erstaunlichen Erfolgen - der Wohlklang der Musik und das Wohlbefinden des Menschen unterliegen beide den Gesetzen der Harmonie, Stethoskop und Stimmgabel, sind daher oft freundschaftlich verbunden.
Zunächst erfuhr die nicht leichte vierte Sinfonie von Robert Schumann eine überlegte und lebhafte Behandlung. Das Orchester verfügt über eine reichhaltige Klangsubstanz und und erstaunliches instrumentalistisches Können. Anders wäre die heikle Romanze, das wilde Scherzo und die grandiose Wirkung des Finale nicht zu realisieren gewesen. Das klang weder trocken noch gelehrt, das war ein enormer sinfonischer Kraftbeweis, gezeugt aus leidenschaftlichem Elan und atmosphärischer Dichte. Allein bei den dynamischen Gewichtungen und in der Medikation der Zwischentöne blieben Wünsche offen.
Zum 100. Geburtstag des Spaniers Joaquin Rodrigo gab es sein "Concierto de Aranjuez" für Gitarre und Orchester. Es ist ein Phänomen, dass der Komponist nur durch ein einziges Werk Beachtung gefunden hat. Mit Birgit Zacharias hatte man eine Solistin engagiert, die den hohen technischen Ansprüchen genügte und noch Empfindungsfreiraum für empfindungstiefe Innerlichkeit hatte. In der Klangbalance bewies man großes Geschick, die Gitarre musste nie gegen Orchesterfluten kämpfen. Die Klangregie kam einem jedoch nicht ganz spanisch vor: ein wenig vermisste man das folkloristische Feuer.
Arriaga starb jung an einer Lungenerkrankung, Rodrigo erblindete als Kind, Schumann versank in Schwermut: ein wahrhaft medizinisches Programm, für dessen Realisierung es viel Applaus und Begeisterung gab.
" (Wolfgang Teubner)

 

Sommerkonzert 2001
Solist Andrea Amman
Datum Stuttgarter Nachrichten
Zeitung 3.7.2001
Pressemeldung "Die relativ selten aufgeführte Sinfonie Nr. 8 G-Dur Antonin Dvoraks rückte im Übrigen die Fähigkeiten des Stuttgarter Ärzteorchesters, das unter Arnold Waßner deutlich an Niveau gewonnen hat, ins rechte Licht. Klangliche Ästhetik demonstrierten die Musiker dabei vor allem im Adagio, dem wohl schönsten Satz dieser stimmungsvollen Komposition.."
Dietrich Röder

 

Sommerkonzert 2000
Solist Dr. Rolf Wittorf
Datum Stuttgarter Nachrichten
Zeitung 3. Juli 2000
Pressemeldung "Die impulsive, raumgreifende Attacke der Bläserakkorde zu Beginn der "Finlandia" zeichneten ohne Umschweife den Weg vor, den das Ensemble zu gehen beanspruchte. Denn an vitaler Zeichnung, fülligem Klanggestus und kantigem, rhythmischen Biss mangelte es dem Ärzteorchester auch im Falle Chatschaturjans und Schumanns nun wirklich nicht."

 

Weihnachtskonzert 2000
Solist Ingrid Philippi
Datum Stuttgarter Zeitung
Zeitung 13.12.2000
Pressemeldung "Seit rund zwei Jahren leitet Arnold Waßner das Orchester und er hat offenichtlich gute Arbeit geleistet."